Seelsorgeeinheit

„Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen“1 Petr 2,5

Zum Geleit

Geschätzte Mitchristen
„Gott segnete sie. … Gott sah, dass es gut war.“ … so hören wir in den ersten Passagen der Bibel.
Die Schöpfung, die Welt um uns herum, wir selbst als Menschen sind «gut ins Leben gerufen». Diesen ‚guten Grund’ im Menschen ruft Jesus in seinem Wirken immer wieder hervor: Er handelt befreiend, sozuagen, dass der gute Kern im Menschen wieder befreit da sein kann.
Segnen in der Gemeinschaft der Kirche ist von Anfang an immer weiter getragener Ausdruck solcher heilender und befreiender Wirkung, die die ursprünglich stärkende, Leben erweckende Zusage der biblischen Anfangskapitel in sich trägt: „Es war sehr gut.“
Diese Welt hat einen guten (Ur-)Grund. Der Mensch in seinen vielfältigen Beziehungen zur Welt und Umwelt – das ist gut angelegt.
So gesehen kann das Segnen, begleitet von einem guten Wort, immer auch etwas befreiendes, stärkendes, ermutigendes sein, denn es vergegenwärtigt die ursprüngliche Wahrheit und Wirklichkeit des Gottes Wortes: „Es ist gut. Du bist gut. Der Mensch ist gut. Die Welt ist ursprünglich gut.“
Dies kann eine hilfreiche Kraft zur Lebensbewältigung sein: Dann dürfen beispielsweise nicht Negativ-Urteile oder zu gut gemeinte Kritik über unsere Mitmenschen oder von diesen das letzte Wort haben. Oder gar Verurteilungen oder hoch trabende Beurteilungen von uns selbst oder durch andere dürfen positiven Entwicklungen des Guten nicht im Wege stehen. Massgebend bleibt der gute Urgrund einer von Gott ins Leben gerufenen Wirklichkeit bei Mensch und Schöpfung.
Jenen guten Kern in allem, was lebt, im Blick zu behalten, heisst Leben im Guten zu fördern. Vielleicht versuchen wir in dieser Weise «zu fasten» und auf die Versuchung vom negativen (Ver-)Urteilen von uns und unseren Mitmenschen zu verzichten. – Gott segne Sie und alle, die mit Ihnen verbunden sind.
Andreas Barth