Seelsorgeeinheit

„Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen“1 Petr 2,5

Liebe Mitchristen

Am 25. September feiern wir im deutschsprachigen Raum wieder das Gedenkfest von Niklaus von Flüe (1417-1487) – dieses Jahr mit einer besonderen ‘inneren Verneigung’, da es bekanntlich das 600 Jahr Jubiläum seines Geburtsjahres ist. Im Tagesgebet des 25. Sept. heisst es: «Du aber hast ihn zu einem Ratgeber für viele, und zu einem Mittler des Friedens gemacht.»
Seine Sehnsucht nach dem «Einig Wesen» ist charakteristisch für den Hl. Niklaus von Flüe. Die persönliche Suche nach dem «Einig Wesen» und das Dasein für den Frieden inmitten des kriegerischen Konflikts zwischen den Eidgenossen gehören für ihn zusammen.
Wer mit dem «Einig Wesen» verbunden ist, den schmerzt es um so mehr, wenn Menschen in sich und mit anderen keinen Frieden finden. «Friedenheilige» zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten der Welt scheinen dies tief zu spüren. Was beim schweizer Friedenseremiten an «inneren Prioritäten» zu finden ist, lässt sich beispielweise beim Friedensheiligen des Libanon, dem Eremiten Charbel Makhlouf (1828-1898) ebenso erkennen: die Suche und das Finden des Friedens in Gott und mit sich selbst, was ausstrahlt auf die Mitmenschen und die Umgebung und «eine Friedenskraft» mit sich bringt. Von beiden geht eine Inspiration von innerer Heilung, Versöhnung und damit verbundenem Frieden aus, was die Bewegung Solidarität Libanon-Schweiz mit zahlreichen Friedensprojekten auf der spirituellen Grundlage der beiden Heiligen bezeugt.
Dieses «Kreisen um den Frieden» bleibt unsere Aufgabe.
So entsteht über das Jubiläumsjahr hinaus ein Bild der aus der Ostschweiz stammenden Künstlerin Jacqueline Frei für die Kirche Lichtensteig, das das Zeugnis der beiden Friedenseremiten aufnimmt und künftig in einem besonders gewidmeten Bereich der Kirche zum Frieden inspirieren will, auch durch die Möglichkeit, eine Kerze zu entzünden und still zu beten. – Gerne wünsche ich uns allen: «Der Friede des Herrn sei und bleibe allezeit mit uns allen!»

Andreas Barth