Wiborada-Wallfahrt

Auch Frauen aus unserer Seelsorgeeinheit haben den Wiborada-Tag gefeiert.

Dieser Tag hat uns mit seiner Kraft und seiner Geschichte tief berührt. Frauen sind bereits am frühen Morgen des 2. Mai losgelaufen und haben 13,5 Kilometer von Herisau nach St. Gallen zurückgelegt. In bzw. an der Kirche St. Mangen hat Wiborada einst ihre Zelle bauen lassen, und es war eine tiefe und berührende Atmosphäre, die uns unterwegs begleitet hat. Besonders kraftvoll war es, als wir in St. Georgen den Text vom brennenden Dornbusch wieder aufgriffen. Gott offenbart sich darin und sagt: «Ich bin da.» Wiborada wollte für die Menschen da sein, und diese Verbindung zwischen damals und heute macht deutlich, wie kostbar ihr Gedenken ist. Sie zeigt uns, dass die Kirche von morgen eine Kirche sein soll, die Gleichberechtigung auf allen Ebenen lebt. Der Wiborada-Tag ist für uns ein leuchtendes Zeichen, ein Hoffnungsstrahl, der uns zeigt, wie wir gemeinsam in eine Zukunft gehen können, in der alle Menschen gleich wertvoll sind, so wie es Wiborada uns vorgelebt hat. Es war ein Tag voller Erinnerung, Hoffnung und mutigem Aufbruch in eine gerechtere Kirche. Das Besondere dieses Jahr war, dass es ein Jubiläumsjahr ist und 1100 Jahre seit ihrem Tod vergangen sind. Auf dem Vorplatz der Kirche St. Mangen wurde eine Festwirtschaft organisiert. Neben der Bühne befand sich eine Bar. Dort wurden nicht nur Getränke ausgeschenkt, sondern auch der Wiborada-Wein, der besonders empfehlenswert ist. Dazu gab es ein Wiborada-Bier, das mit Fenchel verfeinert war.
Der Fenchel hatte eine spezielle Bedeutung, die über den Tod Wiboradas hinausreicht. Es sei hier nicht zu viel verraten, in der Hoffnung, dass jede und jeder selbst der Geschichte der Heiligen Wiborada auf die Spur geht. Es war sehr erfreulich, dass so viele Menschen zusammengekommen waren, Frauen und Männer, für eine Kirche mit* den Frauen. Diese Gemeinschaft, diese Offenheit und diese gegenseitige Verbundenheit haben den Tag besonders gemacht. Der Wiborada-Tag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Erinnern an starke Frauen der Kirchengeschichte ist und wie viel Kraft darin liegt, gemeinsam neue Wege zu denken und zu gehen. Damit bleibt nun die Vorfreude auf die verbleibenden Frauenpredigten, die in Zukunft in unserer Seelsorgeeinheit noch stattfinden werden. Möge der Geist von Wiborada weiterhin Menschen inspirieren, sich für eine Kirche einzusetzen, in der Gleichberechtigung nicht nur ein Wunsch bleibt, sondern gelebte Wirklichkeit wird.

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