Seelsorgeeinheit

Zum Geleit

In diesen Tagen beginnen die Sommerferien. Nur … dieses Jahr ist alles etwas anders. Mitte Juni sind zwar die Grenzen nach über dreieinhalb Monaten wieder geöffnet worden. Aber vielleicht überlegt sich der eine oder die andere heuer doch zweimal, ob die geplante Reise ins Ausland angetreten werden soll oder kann.

Der Lockdown hat gezeigt, dass es auch geht, zuhause in der Schweiz zu bleiben. Viellicht kann die gegenwärtige Situation auch ein Anlass sein, ganz bewusst in unserem Land Urlaub zu machen und vielleicht sogar von zuhause aus, Ausflüge und kleinere Reisen zu unternehmen. Verschiedene Tourismusregionen bewerben ganz gezielt auch inländische Gäste.

Wie auch immer. Die kommende Zeit lädt uns ein, uns für ein paar Tage oder Wochen mit anderen Dingen zu beschäftigen, unseren Alltag zu unterbrechen und uns selbst etwas Gutes zu tun. Wer reist kann seinen Horizont erweitern, entdeckt neue und fremde Kulturen, erlebt neues oder anderes Leben. Dabei muss die Reise nicht in ferne Länder führen, wir können auch hier bei uns immer wieder die Fülle des Lebens entdecken. Sich auf eine Reise begeben, heisst also nicht, zwangsläufig von zuhause weggehen. Wir können auch durch eine gute Lektüre in neuen Welten eintauchen.

Der Schriftsteller Kurt Tucholsky schrieb einmal: „Das Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben.“ Reisen – Sehnsucht nach Leben, nach der Fülle des Lebens? Wenn wir in den nächsten Tagen und Wochen selber ein paar freie Tage haben, sind wir eingeladen, uns auch Ruhe-Zeiten einzuplanen. Unserer Sehnsucht nachzugehen. Das pralle Leben, das wir vielleicht auf unseren Reisen entdecken können, nützt uns wenig, wenn wir nicht selber zur Ruhe kommen. Ein solcher Ruhepunkt ist auch Jesus Christus selber. Die Einladung, die er an seine Jünger ausspricht, gilt auch uns. „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus“ (Mk 6,31).

Ich wünsche uns allen, dass wir in den kommenden Ferienwochen, Zeiten der Ruhe und Erholung finden und so …der Sehnsucht nach mehr Leben nachspüren können.

Andreas Schönenberger, Pfarrer

„Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen“1 Petr 2,5