Seelsorgeeinheit

„Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen“1 Petr 2,5

Zum Geleit

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen

Liebe Leserinnen und Leser,

wer ab und zu deutsches Fernsehen schaut, begegnet dort seit Kurzem einer Werbekampagne mit dem Titel «Zeit, die Dinge neu zu sehen». Menschen erzählen, welche Perspektivwechsel sie durch die Corona-Krise gewonnen haben. Die Homepage https://zeit-die-dinge-neu-zu-sehen.de/ erscheint mir gewissermassen, wie ein moderner, digitaler Ernte-Dank-Altar.
Gewöhnlich baut man zum Erntedank verschiedene Obst- und Gemüsesorten auf. Das Gute, das Gott durch das Jahr gewährt hat, bringen wir dankbar zurück, legen es vor ihn und lassen es uns mit seinem Segen zurückschenken.
Die Corona-Krise ist nicht überstanden und es gibt noch viele Ängste und Unsicherheiten. Dennoch lade ich Sie schon heute ein, in ihrem Herzen einen Erntedankaltar der anderen Art zu bauen, indem Sie nach dem Vorbild der Kampagne nach den positiven Perspektiven suchen, die Ihnen in der vergangenen Zeit geschenkt wurden.

Zwei Beispiele:

«Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, dem es so geht, aber die wahren Dinge, die mich berühren, die Familie, die Nachbarschaft, das war eine ganz andere Intensität, das war eine ganz andere Emotionalität: Das Füreinander da sein, diese Empathie füreinander! Wenn wir das weiter mitnehmen auch unter den Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit, dann sind wir da – glaube ich – auf einem sehr, sehr guten Weg und dann hat sich diese Zeit auch gelohnt!»

«Ich hab täglich ungefähr zwei Stunden damit verbracht, zur Arbeit und wieder zurück zu kommen. Das fällt jetzt weg. Ich hab zwei Stunden mehr Lebenszeit pro Tag. Ich hab viel Flexibilität im Laufe der Corona-Krise verloren, aber auf der anderen Seite dann doch wieder viel für mich selber gewonnen und das ist etwas ganz Positives, was ich aus dieser sehr schwierigen Zeit mitnehme.»

Legen wir unsere Erkenntnisse und Perspektivwechsel vor Gott und bitten ihn um seinen Segen für alles, was wir aus dieser Meditation des «Anders-sehens» mitnehmen.

Anna Michel, Religionspädagogin