Seelsorgeeinheit

„Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen“1 Petr 2,5

Geschätzte Leserinnen und Leser

Die heisse Zeit ist vorbei. Ich weiss nicht, wie es Ihnen diesen Sommer ergangen ist. Wenn es heiss ist draussen, dann tut es ab und zu doch recht gut sich in einer kühlen Kirche zu erfrischen. Und wenn wir dann in der Kirche sind, dann könnte man ja auch noch ein wenig beten. „Beten lohnt sich immer“, hat mir mal jemand gesagt.
Ist das so? Lohnt sich beten?
Vielleicht sind Sie jetzt überrascht. Aber ich zweifle keinen Moment, dass beten sich lohnt.

Wie kann ich das aber ‚beweisen‘? Was macht mich so sicher?
Beten heisst für mich ruhig werden. Auf mehr vertrauen als nur auf mich und mein Können. Betend drücke ich mein Vertrauen aus, dass ich nicht allein bin, dass Gott da ist. Betend weiss ich um meine Begrenztheit und weiss auch, dass ich von Gott geliebt bin. Betend spüre ich, wie Gott mir vertraut. Betend bin ich im Dialog mit Gott.
Gottes Antwort spüre ich in der Kraft, die mir geschenkt ist, in den Gaben, die mir zur Verfügung stehen, in der Hoffnung, die stärker ist als der Tod, in der Liebe, die alle Grenzen überwindet. Beten lohnt sich, wenn es mir gelingt ruhig zu bleiben, wenn ich Menschen in Not weiss, wenn ich trösten und mittragen kann, wenn ich mich getröstet und getragen weiss.
„Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist,“ sagte Dietrich Bonhoeffer einst.

Ja, Beten ist eine Tat, in der wir für uns selber und für andere einstehen. Beten ist die Möglichkeit mit Gott, aber auch mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu kommen.

Was heisst beten für Sie? Und – lohnt es sich für Sie zu beten?

Wir begehen Mitte Monat den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Menschen in der ganzen Schweiz danken und beten für die Anliegen unseres Landes und der Welt. Wir sind eingeladen, uns in die Reihe derer zu stellen, die ohne viel Aufheben diesen Tag begehen. Wenn wir uns an diesem Tag alle ein paar Minuten geben, um ein Dankgebet zu Gott zu sprechen, dann wäre das ein starkes Zeichen in unserer Kirche und für die Welt. Machen Sie doch mit.

Pfr. Andreas Schönenberger